Überlieferung
Die Sage

25. Der wilde Jäger verfolgt ein Holzweibchen. (Mitgetheilt vom Mädchenlehrer Sammler in Oelsnitz.)
Als einst in Breitenfeld Einer mit der Egge sein Feld bearbeitete, kam ein Holzweibchen zu ihm und bat, daß es sich unter seine Egge verstecken dürfe, weil es vom wilden Jäger verfolgt werde. Der Bauer hob die Egge auf und das Weibchen verbarg sich darunter. Bald darauf kam der wilde Jäger und fragte den Bauer, ob er das Holzweibchen gesehen habe.

Derselbe verneinte es und der wilde Jäger zog ab. Als darauf das Holzweibchen wieder unter der Egge hervorkam, steckte es dem Bauer die Taschen voll birkenes Laub, das sich sehr bald in goldene Blätter verwandelte.

Anmerk. Das Holzweibchen sucht bei einem pflügenden Schutz, weil sich ihr Geschlecht überhaupt zu den Pflügenden, die als Freunde erscheinen, hingezogen fühlt. Die Weibchen erinnern dadurch an die Heimchen im Orlagau, die gern mit den Landleuten verkehren.
Die Sage auf einen Blick

Verstehen und nachschlagen
Zur Überlieferung
Schauplatz
- Heutiger Ort
- Breitenfeld (Markneukirchen)
Historische Zuordnung
- Gebiet / Amt
- Amt Voigtsberg
Sammlung und Autor
- Autor
- Johann August Ernst Köhler
- Sammlung
- Köhler
- Werk
- Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
- Jahr
- 1867
- Legacy-ID
- K025
Quellen
Johann August Ernst Köhler – Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
Quelle: Johann August Ernst Köhler, Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande, 1867, Nr. 25 „Der wilde Jäger verfolgt ein Holzweibchen“. Originaltext 1:1 nach dem gegen die Quelle geprüften Datensatz K025. Kartenhinweis: Der Kartenpunkt markiert Breitenfeld als überlieferten Sagenort. Welches Feld Köhler mit der Erzählung verbindet, ist nicht überliefert.
