Überlieferung
Die Sage
209. Ursprung des Schlosses Voigtsberg. (Jahn, Chronik d. Stadt Oelsnitz, S. 105. Darnach in Gräße, Sagenschatz, Nr. 558.)
Das alte Schloß Voigtsberg bei Oelsnitz soll ursprünglich vom Drusus erbaut worden sein, wie aus einem an der Wand der ehemaligen Amtsstube befindlichen lateinischen Distichon hervorzugehen schien, das also lautet:

Castra locans Drusus, hic praetoria nomina monti Fecit, posteritas servat et ipsa sibi.

Diese Verse hat vor langer Zeit ein deutscher Reimschmied am Schloß also wiedergegeben:
Drusus der edle Römisch Voigt, Erbawet diesen Berg in Noht, Da er Kriege im Deutschland pflag, Voigtsberg heist er auff diesen Tag, Darnach ward von jhm recht genant Die Gegend, und heist Voigtland. Die Burg die blieb eine lange Zeit, Wie durch die Schrift wird ausgefeit, In des Römischen Keisers Gewalt, Hernach wurde sie zugezalt, Einer edlen Herrschaft lobesan, Die gewan von Voigtsberg ihrn Nam, Die Burg die stund viel manche Jahr In ihrer (der Herren von Plauen) Hand ohn all Gefahr. Biß dreyzehnhundert Jahr nach Christi Geburt, Sechs und funffzig, am Sontag Laurenti fuhrt Dann ist sie an die Landesfürsten kommen; Friedrich und Wilhelm haben sie eingenommen (1356).

Thüring, Meißen und Osterland Stund die Zeit als in ihrer Hand, Die Pfaltz zu Sachsen auch dazu, Sie erhilte den Landen Fried und Ruh, Gott in welchs Händen alles steht, Wohl segnen ihr Posteritet.
Die Sage auf einen Blick

Verstehen und nachschlagen
Zur Überlieferung
Schauplatz
- Heutiger Ort
- Voigtsberg (Oelsnitz/Vogtl.)
Historische Zuordnung
- Gebiet / Amt
- Amt Voigtsberg
Sammlung und Autor
- Autor
- Johann August Ernst Köhler
- Sammlung
- Köhler
- Werk
- Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
- Jahr
- 1867
- Legacy-ID
- K209
Quellen
Johann August Ernst Köhler – Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
Johann August Ernst Köhler, 1867, Nr. 209. Jahn, Chronik der Stadt Oelsnitz, S. 105; danach Gräße, Sagenschatz, Nr. 558.
