Überlieferung
Die Sage

216. Die Entstehung von Plauen. (Metr. in Fr. Rödiger, Sagenklänge, S. 122. Darnach bearbeitet von J. Schanz in Gräße, Sagenschatz, Nr. 568.)
Ein Hirtenknabe mit Namen Johannes fand ein Hirtenmädchen, wie dasselbe vor zwei himmelblauen Blumen kniete. Um dieselben zu pflücken, mußte es zum Genossen einen unschuldigen Knaben haben. Er trat hinzu und bot ihr seine Hülfe an.

Da knieten sie Beide vor den blauen Blumen hin und begannen sie aus dem Schooße der Erde zu heben. Es gelang, und sie reichte ihm die ihre dar und er ihr die seine, und sie schlossen allda einen Herzensbund.

— Bald prangte an dem Orte, wo die Wunderblume geblüht, ein Kirchlein mit zwei Thürmen, dem heiligen Johannes geweiht, zu dem von Nah und Fern die Leute strömten und sich anbauten. Den blauen Blumen zum Gedächtniß ward der Ort „Blauen“ genannt, woraus später „Plauen“ ward.
Die Sage auf einen Blick

Verstehen und nachschlagen
Zur Überlieferung
Schauplatz
- Heutiger Ort
- Plauen
Historische Zuordnung
- Gebiet / Amt
- Amt Plauen
Sammlung und Autor
- Autor
- Johann August Ernst Köhler
- Sammlung
- Köhler
- Werk
- Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
- Jahr
- 1867
- Legacy-ID
- K216
Quellen
Johann August Ernst Köhler – Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
Nach Johann August Ernst Köhler, Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande (1867), Nr. 216. Die Erzählung überliefert eine sagenhafte Erklärung des Ortsnamens; sie ist kein historischer Nachweis der Stadtgründung.
