K250 · Köhler · 1867 · Pechtelsgrün (Lengenfeld)

Der Taufstein im Pechtelsgrüner Walde

Im Wald südlich von Pechtelsgrün lag ein Granitstein mit eingehauenem Kreuz. In Kriegszeiten sollen sich hier Menschen verborgen, Gottesdienst gehalten und den Stein für Taufen genutzt haben – bis der sagenumwobene Ort im 20. Jahrhundert unter Bergbauablagerungen verschwand.

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Überlieferung

Die Sage

250. Der Taufstein im Pechtelsgrüner Walde. (Fickenwirth, Chronik von Lengenfeld, S. 276.)

In der südlich vom Dorfe Pechtelsgrün gelegenen Waldung liegt's rechts von dem gewöhnlichen alten Fußsteige nach genanntem Dorfe in einem Fahrwege ein 4 Ellen langer und 1 1/4 Ellen breiter Granitstein, worauf ein Kreuz eingehauen ist. Diesen einfachen, neben einem kleinen fließenden Wasser befindlichen Stein bezeichnet die Volkssage als einen Taufstein

Der lange Granitstein mit eingehauenem Kreuz liegt am alten Buttersteig neben dem Freibach südlich von Pechtelsgrün.

und setzt erläuterungsweise noch hinzu, daß vor langen Jahren in Kriegsnöthen Emigranten sich in diesen finstern Wäldern verborgen gehabt

Schutzsuchende Familien verbergen sich in Kriegszeiten im Wald bei Pechtelsgrün und versammeln sich am Taufstein.

und Gottesdienst hier gehalten und den Stein als Taufstein benutzt hätten.

Im verborgenen Wald wird am Pechtelsgrüner Taufstein ein Kind mit Wasser aus dem Freibach getauft.

Die Sage auf einen Blick

Visuelle Zusammenfassung der Sage vom Pechtelsgrüner Taufstein, der Zuflucht im Wald und den überlieferten Taufen.

Verstehen und nachschlagen

Zur Überlieferung

Schauplatz

Heutiger Ort
Pechtelsgrün (Lengenfeld)

Historische Zuordnung

Gebiet / Amt
Amt Plauen

Sammlung und Autor

Autor
Johann August Ernst Köhler
Sammlung
Köhler
Werk
Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
Jahr
1867
Legacy-ID
K250

Quellen

Johann August Ernst Köhler – Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande

Johann August Ernst Köhler: Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande, Leipzig 1867, Nr. 250 „Der Taufstein im Pechtelsgrüner Walde“.