K257 · Köhler · 1867 · Erlbach (Markneukirchen)

Der hohe Stein bei Erlbach

Auf dem Hohen Stein bei Erlbach soll einst ein Fürstenschloss über einem See gestanden haben. Als die verbotene Liebe der Fürstentochter zu einem Sänger entdeckt wird, endet sie in Tod und Fluch – und Schloss, Tempel und See verschwinden unter Stein.

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Überlieferung

Die Sage

257. Der hohe Stein bei Erlbach. Julius Schanz in Gräße, Sagenschatz, Nr. 610.)

Auf dem hohen Steine stand in den Zeiten der Markomannen ein Fürstenschloß, zu dessen Füßen ein See war.

Ein sagenhaftes Fürstenschloss erhebt sich auf dem Hohen Stein über einem dunklen See.

Des Fürsten Tochter sollte an einen andern Fürsten verheirathet werden, sie aber liebte einen Sänger und hatte mit diesem eine heimliche Zusammenkunft, wobei sie belauscht wurden.

Die Fürstentochter trifft heimlich einen Sänger am sagenhaften Schloss auf dem Hohen Stein.

Der Vater durchbohrte sie mit seinem Schwerte und schleuderte sie in den See hinab, der Sänger aber stellte sich der andrängenden Schaar mit seiner Harfe und seiner Wehr entgegen, bis er, auf den letzten Felsvorsprung zurückgedrängt, sich in den See stürzte. Den Leichnam der Geliebten umschlingend, sprach er einen furchtbaren Fluch über den grausamen Vater aus, und als er untersank, stürzte das Schloß und der Tempel zusammen, und der See erstarrte zu Stein.

Der Sänger verflucht den Fürsten, während Schloss und Tempel am Hohen Stein zusammenbrechen.

Die Trümmer des Schlosses meint man noch heute zu sehen.

Die Sage auf einen Blick

Visuelle Zusammenfassung der Sage vom Hohen Stein, der verbotenen Liebe und dem Untergang des Fürstenschlosses.

Verstehen und nachschlagen

Zur Überlieferung

Schauplatz

Heutiger Ort
Erlbach (Markneukirchen)

Historische Zuordnung

Gebiet / Amt
Amt Voigtsberg

Sammlung und Autor

Autor
Johann August Ernst Köhler
Sammlung
Köhler
Werk
Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
Jahr
1867
Legacy-ID
K257

Quellen

Johann August Ernst Köhler – Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande

Johann August Ernst Köhler: Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande (1867), Nr. 257 – Der hohe Stein bei Erlbach.