K332 · Köhler · 1867 · Schneckenstein (Muldenhammer)

Die Entdeckung der Topase auf dem Schneckensteine

Am Schneckenstein macht der Auerbacher Tuchmacher Kraut aus schimmernden Steinen ein lukratives Geheimnis: Er lässt Topase schleifen und ins Ausland verkaufen – bis sein Schleichhandel auffliegt und der Fund dem sächsischen Kurfürsten bekannt wird.

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Überlieferung

Die Sage

Kraut untersucht am Schneckenstein den auffällig schimmernden Topasfels.

332. Die Entdeckung der Topase auf dem Schneckensteine. (Merkels u. Engelhardts Erdbeschreib. v. Kursachsen, 3. B. S. 140. 143.)

Eine Stunde von Tannebergsthal über Auerbach liegt im Walde der berühmte Topasfels Schneckenstein, der diesen Namen von den vielen Schnecken, welche an seinem, hier und da feuchten Fuße sich aufzuhalten pflegen, erhalten haben soll. Es wird erzählt, daß er erst durch einen Tuchmacher aus Auerbach, namens Kraut, seit 1727 allgemein bekannt und seitdem auch fleißig benutzt worden sei. Jener Kraut, der ein etwas lockerer Mann genannt wird, soll durch Hirten oder dergleichen Leute auf den harten und schimmernden Stein aufmerksam geworden sein, und im Stillen Topase, die er schleifen ließ, und die er für hohe Preise unter dem Namen von Schneckensteinen oder Königskronen ins Ausland schaffte, gebrochen haben.

Kraut gewinnt heimlich Topase am Schneckenstein und bereitet sie für den Handel vor.

Als er merkte, daß man seinem Schleichhandel auf die Spur kam, machte er seine Entdeckung dem Kurfürsten August II. bekannt,

Sächsische Vertreter übernehmen nach Bekanntwerden des Fundes den Schneckenstein.

der den Felsen dem Herrn von Trützschler, welchem Grund und Boden gehörte, abkaufte.

Die Sage auf einen Blick

Visuelle Zusammenfassung der Sage von der Entdeckung und dem heimlichen Handel mit den Topasen des Schneckensteins.

Verstehen und nachschlagen

Zur Überlieferung

Schauplatz

Heutiger Ort
Schneckenstein (Muldenhammer)

Historische Zuordnung

Gebiet / Amt
Amt Plauen

Sammlung und Autor

Autor
Johann August Ernst Köhler
Sammlung
Köhler
Werk
Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande
Jahr
1867
Legacy-ID
K332

Quellen

Johann August Ernst Köhler – Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande

Johann August Ernst Köhler, Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andere alte Überlieferungen im Voigtlande, Leipzig 1867, Nr. 332. Der Kartenpunkt markiert den bis heute erhaltenen Topasfelsen Schneckenstein, den Köhler ausdrücklich als Schauplatz der Überlieferung nennt. Die späteren Handels- und Verwaltungsvorgänge der Erzählung werden damit nicht lokalisiert.